Landvolk Pressedienst

  1. L P D – Für die Moorbauern Niedersachsens macht sich ein weiterer Bürokratie- und Verordnungssumpf breit. Mit Veröffentlichung der Landesverordnung zur Ausweisung der Gebietskulisse von Feuchtgebieten und Mooren (GLÖZ 2) im Niedersächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt am Montag (8.7.) ist diese tags drauf in Kraft getreten. „Parzellenscharf kann die neue Gebietskulisse nun im LEA-Portal eingesehen werden und es fällt auf, dass sich inhaltlich die Größe und die Auswirkungen gegenüber dem Entwurf der Verbandsanhörung geändert haben, die für unsere Moorbauern weitere Einschränkungen und Auflagen bedeuten“, muss Karsten Padeken, Sprecher der AG Moorbauern im Landvolk Niedersachsen, feststellen.

  2. L P D – Landwirte sind von den Auswirkungen des Klimawandels direkt in ihrer Lebensgrundlage betroffen. Und obwohl es durch die natürlichen Vorgänge in der Lebensmittelherstellung schwer ist, klimaneutral zu arbeiten, hat die Landwirtschaft ihre Ziele schon fast erreicht. „Da sind wir uns in dieser Runde einig, dass wir etwas gegen den Klimawandel tun können und müssen“, sagte Frank Kohlenberg, Vize-Präsident und Vorsitzender des Milchausschusses im Landvolk Niedersachsen, der auf dem Hof von Monika und Jürgen Hintze in Trebel im Landkreis Lüchow-Dannenberg tagte. Neben der Treibhausgasreduktion stand die Novellierung des Tierschutzgesetzes auf der Tagesordnung. „Landwirte setzen sich immer für mehr Tierwohl ein, und gleichzeitig muss es genug Tierärzte geben, um die Vorgaben praktisch umsetzen zu können“; sagte Kohlenberg. Das sei regional oft ein Problem.

  3. L P D – Das 20jährige Bestehen ihres Melkhus in Ostrhauderfehn im Landkreis Leer feiert in diesem Sommer Familie Weers. Die aus den Niederlanden inspirierte Idee mit den „Milchhäusern“ nahm 2001 ihren Anfang auf der „Dollart-Route“ und hat sich von dort aus nahezu im gesamten Nordwesten Niedersachsens ausgebreitet. Nach Angaben der Landesvereinigung der Milchwirtschaft (LVN) gibt es derzeit 40 Melkhüs  - gut zu erkennen am roten Dach. Das Erfolgsrezept der Familie Weers heißt Individualität: „Wir stellen uns gern auf die Bedürfnisse der Gäste ein – und da wir alles selbst zubereiten, können wir bei jedem Kuchen und jedem Milchshake genau sagen, was drin ist“, erzählt Gunda Weers, die das Melkus zusammen mit ihren Eltern Jula und Friedrich Weers betreibt.

  4. L P D - Was die Bundeskoalitionäre SPD, Grüne und FDP mit ihrem kürzlich vorgelegten „Agrarpaket“ als „Entlastungen“ für die Branche verkaufen wollten, hält einem Faktencheck nicht stand. Die Gesetzentwürfe zur Verlängerung der Tarifermäßigung in der Land- und Forstwirtschaft, zur Änderung agrarrechtlicher Vorschriften sowie vorgesehene Änderungen im GAP-Konditionalitätengesetz hat die Ampel jetzt verabschiedet – eine Beschlussfassung im Bundesrat steht aber noch aus und ist vor September nicht zu erwarten. „Den Einbußen durch die schrittweise Agrardiesel-Besteuerung in Höhe von 440 Millionen Euro stehen Entlastungen von max. 140 Millionen Euro durch die Rücknahme der Pflicht zur Flächenstilllegung entgegen“, rechnet Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies ein Beispiel vor. Insgesamt betrage die Summe der Belastungen ein Vielfaches der Summe der Entlastungen.

  5. L P D - Zuversichtlich blickt Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers auf die neue Lage im „Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement“, dessen Sprecher der Landwirt aus dem Landkreis Verden ist. Anfang April hatte das Bündnis die Mitarbeit im Dialogforum Wolf der Landesregierung ruhen lassen; jetzt wurden die Gespräche wieder aufgenommen. „Mit den neuen Verabredungen können wir gut weiterkommen im ländlichen Raum. Wir werden konstruktiv mitarbeiten, denn wir müssen gemeinsam tragfähige Lösungen für den Umgang mit dem Wolffinden“, betonte Ehlers in einer Pressekonferenz nach der jüngsten Sitzung des Dialogforums. Die Gerichtsurteile, die zuletzt Schnellabschüsse von Wolfen verhindert haben, stimmen mich ratlos“, so Ehlers. „Wir haben einen Zuwachs an Bestand und Rissen, deshalb brauchen wir ein gesellschaftlich akzeptiertes Bestandsmanagement.“

  6. L P D - Die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft hat sich stark gewandelt. Frauen übernehmen zunehmend Führungspositionen und spezialisieren sich auf diverse Bereiche. „Sie bekommen immer mehr Chancen sich einzubringen und sollten dies auch nutzen. Wir sollten aktiv die Landwirtschaft gestalten“, sagt Lotta Kaper im Gespräch mit dem Landvolk-Pressedienst. Die 21-Jährige studiert Agrarwissenschaften im Bachelor an der Universität Göttingen, arbeitet aber regelmäßig auf dem elterlichen Betrieb in Varel, Landkreis Friesland, mit. Dort werden 500 Milchkühe gehalten sowie 280 Hektar (ha) Grün- und Ackerland bewirtschaftet. „Frauen bringen immer wieder gute Ideen und Ansätze in den Fortschritt der Landwirtschaft ein und können diese Ideen auch selbständig umsetzen. Die Zukunft der Landwirtschaft ist weiblich“, zeigt sich die angehende Unternehmerin selbstbewusst. Sie ist Mitglied im neu gegründeten Arbeitskreis Landwirtschaftlicher Unternehmerinnen beim Landvolk Niedersachsen und sie engagiert sich bei der Niedersächsischen Landjugend im Agrarausschuss.